Thesen zur Wasserstoffökonomie – Ergebnisse aus dem Förderprojekt HyTrustPlus

Damit der Aufbau einer Wasserstoffökonomie in Deutschland und Europa langfristig gelingen kann, müssen tragfähige Geschäftsmodelle für Unternehmen erkennbar und etablierbar werden. Noch bestehen hier verschiedene technische, organisatorische und sozioökonomische Herausforderungen. Um wesentliche dieser Hemmnisse zu identifizieren, wurde unter Federführung von VKPartner im Rahmen des Projektes HyTrustPlus Anfang 2015 eine Umfrage unter Akteuren aus Industrie und Forschung durchgeführt.

Befragt wurden Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die in Förderprojekten zum Thema Wasserstoff und Brennstoffzellen aktiv waren oder noch sind. Basierend auf der qualitativen sowie quantitativen Auswertung erfolgte die Ableitung von Thesen, die mit der Etablierung von Geschäftsmodellen verbundene Aspekte wie Erwartungen, Förderung und Hemmnisse thematisieren.

Das vollständige Diskussionspapier steht auf den Seiten der NOW und der HyTrustPlus Projektseite ab sofort zum Download bereit.

Ein wesentliches Ergebnis der Befragung ist, dass Akteure im Technologiefeld Wasserstoff und Brennstoffzelle noch keine kongruenten Erwartungen hinsichtlich der globalen Entwicklung in ihrem Technologiefeld haben. Damit Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette national und international erfolgreich sein können, bedarf es aber gerade in der Anfangsphase der Etablierung einer neuen, innovativen Technologie einer gemeinsamen Perspektive und vergleichbaren Erwartungen zur Marktentwicklung. Diese Erwartungen, so die Empfehlung von VKPartner, müssen stärker ausgeprägt werden. Eine Handlungsempfehlung, die sich damit aus der Befragung ableiten lässt, unterstreicht die Bedeutung einer koordinierenden Institution wie der NOW GmbH, um die Ausgestaltung politischer Rahmenbedingungen begleiten zu können.

Die technische Entwicklung der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie ist in eine neue Phase getreten. In ersten Technologiefeldern erfolgt der Schritt von der Demonstration hin zur Markteinführung. Damit dies auch im Mobilitätsbereich geschehen kann, wird von den Befragten eine größere Unterstützung für den Aufbau einer Tankstelleninfrastruktur erwartet. Damit sich Geschäftsmodelle im Verkehrssektor etablieren können, sollte Förderung somit zukünftig verstärkt auf den Aufbau einer Erzeugungs- und Distributionsstruktur für Wasserstoff fokussieren.

Die Bundesregierung verfolgt mit dem 2006 beschlossenen Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) das Ziel der Etablierung dieser Technologie in Deutschland. Deshalb fördert der Bund neben einer Vielzahl technikorientierter Projekte auch die sozialwissenschaftliche Begleitforschung HyTrustPlus. Das Projektkonsortium besteht aus fünf Berliner Forschungs- und Beratungsorganisationen und wird durch das Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ) koordiniert. Neben dem InnoZ sind dies die IFOK GmbH, re:member – Wandel mitgestalten, Spilett New Technologies GmbH und VKP engineering GmbH. Durchgeführt wird das Projekt im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und Digitale Infrastruktur (BMVI) vertreten durch die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW).

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter www.hytrustplus.de