Wasserstoff tanken – Minister Dobrindt unterstützt Ausbau des Tankstellennetzes in Deutschland

Berlin, 13.10.2015 – Vertreter des Gemeinschaftsunternehmens H2 MOBILITY stellen dem Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur persönlich die Pläne zum Aufbau von 400 Wasserstofftankstellen bis zum Jahr 2023 vor. Noch während der Laufzeit des Nationalen Innovationsprogramms bis 2016 werden 50 Tankstellen gebaut, um die Markteinführung der ersten Brennstoffzellenfahrzeuge zu flankieren. Das BMVI wird die weitere Entwicklung der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie bis 2018 mit 161 Millionen Euro fördern.

Mit der Gründung des branchenübergreifenden Gemeinschaftsunternehmens H2 MOBILITY Deutschland wurden die Weichen für den stufenweisen Ausbau des bundesweiten Wasserstoff-Tankstellennetzes auf rund 400 Stationen gestellt. In den nächsten Jahren will das Unternehmen 100 Tankstellen installieren. Bis 2023 sieht der Aktionsplan ein Netz von 400 Tankstellen vor. Deutschland wäre damit das erste Land, das über ein überregionales Netz zur Betankung von Brennstoffzellenfahrzeugen mit Wasserstoff verfügt. Vertreter der H2 MOBILITY-Partner bekräftigten heute beim Treffen mit Verkehrsminister Alexander Dobrindt entsprechende Pläne.

„Die Pläne von H2 MOBILITY setzen auf der erfolgreichen Arbeit im Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie, NIP, auf´“, erläutert Dr. Klaus Bonhoff, Geschäftsführer der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW), die für die Gründung von H2 MOBILITY eine entscheidende Rolle als Treiber und Moderator zwischen Politik und Wirtschaft spielte. „Im Bereich der Tankstelleninfrastruktur gehen die NIP-Aktivitäten inzwischen weit über die ursprünglichen Planungen hinaus: ging es anfangs darum, einzelne Tankstellen und ihre Technologien zu erproben, setzen wir heute das 50-Tankstellen-Programm um.“

 

50 Wasserstofftankstellen für Deutschland
Noch innerhalb der Laufzeit des NIP, das in seiner jetzigen Form 2016 endet, werden 50 Wasserstofftankstellen in den Metropolregionen Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart und München sowie entlang der verbindenden Autobahnen gebaut. Diese Grundversorgung ist zur Flankierung des Markteintritts der ersten Brennstoffzellenfahrzeuge notwendig. Derzeit gibt es 19 öffentlich zugängliche Wasserstofftankstellen in Deutschland. Eine aktuelle interaktive Karte zum Aufbau des Tankstellennetzes finden Sie hier:
www.now-gmbh.de/aufbau-eines-wasserstofftankstellennetzes.html


Öffentliche Förderung der Wasserstofftechnologie wird fortgeführt
Das BMVI wird die Förderung der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie bis 2018 mit 161 Millionen Euro fortsetzen. Im Einzelnen sehen die Haushaltspläne des BMVI für 2016 25 Millionen Euro, für 2017 50 Millionen Euro und für 2018 86 Millionen Euro für die Technologie vor. Damit setzt das BMVI die erfolgreiche Arbeit, die im NIP geleistet wurde, fort. Neben der Weiterführung von Forschung und Entwicklung sowie Demonstration der Technologie im Alltag, wird der Fokus künftig auf der Unterstützung der Technologie beim kommerziellen Markteintritt liegen. Die Koordinierung der NIP-Aktivitäten über die bundeseigene NOW an der Schnittstelle von öffentlicher Hand und privater Wirtschaft hat sich dabei als sehr effizient erwiesen.

Die Erprobung der Wasserstoffmobilität im NIP-Verbundprojekt Clean Energy Partnership (CEP) wurde durch das BMVI mit bislang über 110 Millionen Euro gefördert. Konkret konnten dadurch unter anderem fahrzeugseitig die Systemkosten um 75 Prozent reduziert und die standardmäßige Betankung mit gasförmigem Wasserstoff in wenigen Minuten sichergestellt werden. Tankstellenseitig verlief die Entwicklung vom mobilen Tankanhänger vor einigen Jahren zur heute vollintegrierten Tankstelle. Die Systemkosten für Tankstellen konnten um 50 Prozent reduziert werden.

 

Das Gemeinschaftsunternehmen H2 MOBILITY plant den Bau von 400 Wasserstofftankstellen bis zum Jahr 2023. Die an H2 MOBILITY beteiligten Industrieunternehmen Air Liquide, Daimler, Linde, OMV, Shell und Total verfügen über langjährige Erfahrung, sowohl auf dem Gebiet der Elektromobilität mit Brennstoffzelle als auch der Betankungstechnik und Tankstelleninfrastruktur.